Datensicherung in der Sommerhitze
Nach vielen Wochen der Nichtbenutzung meines x86-PCs habe ich ihn mir heute wieder vorgeknöpft. Er ist zwar wesentlich schneller als mein Notebook, was vor allem bei größeren Projekten von zeitlichem Vorteil ist, aber seine Festplatte (eine IBM Deskstar mit 80 GB Kapazität) schaltete sich ab und zu ab. Witzigerweise begann dieses Phänomen kurz nachdem er zum Backup-Rechner umgerüstet wurde. Es ist besonders dann sehr hilfreich, wenn man gerade ein cdrecord anwirft und mittendrin der typische Festplatten-Strom-weg-Sound ertönt.
Kurz nach dem Einschalten war es oft noch möglich, die Platte für ein paar Minuten zu verwenden, aber auch damit konnte ich nicht mehr alle Daten heruntersichern.
Da ich lange kein Geld mehr in Hardware investiert habe und ich finanziell nicht mehr völlig fauché bin, habe ich mir bei Winner eine größengleiche Maxtor-Platte geholt. Eingebaut, Kubuntu draufgepackt und dann mal wieder das gemacht, was das letzte Mal im Februar dran war und mit schöner Regelmäßigkeit stattfinden sollte: Ein Vollbackup.
Dazu zählen alle möglichen Projekte (CVS/SVN-Repositories), Webseiten (sofern nicht Teil eines Projekts), Vortragsfolien, dynamisch erzeugte Serverdaten und das Homeverzeichnis meines Notebooks, dessen sensitive Daten nur via GnuPG auf die Backup-CD kommen. Rein statistisch fiel mir dann erstmal auf, wieviele neue Projekte sich so angesammelt haben. Einige davon (und auch die meisten Webseiten) sind noch nichtmal versioniert, weil ich das alte SourceForge-Repo nicht mehr nutzen möchte, und mein geplantes eigenes noch nicht eingerichtet habe. Auch Serverdaten sind nicht versioniert, dafür werden sie aber bequem per rsync frei Haus geliefert. Die Datenbank dieses Blogs gehört ebenso dazu wie Mailinglistenarchive, die Serverkonfiguration und diverse andere Datenbanken.
Die schwierigste Entscheidung war jedoch die Sicherung des Homeverzeichnisses, da ich traditionell mit einer CD dafür hinkomme. Nun steckten 1,3 GB darin und sämtliche Redundanzen mussten entfernt werden. Öffentliche Mailinglisten, archiviert seit Oktober 2004 - weg damit. Studienunterlagen für längst bestandene Prüfungen - weg damit. Vorlagen für Artikel, Interviews und Vorträge - weg damit. So blieben 700 MB übrig und wanderten auf einen Rohling. Zur Ausschließung aller Cache-Daten (Bildbetrachter-Thumbnails, Browsercaches, Gimp-Daten etc.) wäre vielleicht doch die Nutzung eines richtigen Backup-Programmes sinnvoll, sofern auch gleich Verzeichnisse wie Mail, .gnupg oder .ssh mit verschlüsselt werden können.
Eine 5-GB-Partition ist auf der neuen Platte noch frei, dort sollen dann wie auch schon bei der alten Platte von Zeit zu Zeit testweise andere Distros, BSDs oder sonstige Systeme installiert werden. Oft sind dies RPM-basierte Systeme, und demnächst steht mal wieder Mandriva an, welches zum letzten Mal als Mandrake 9.0 getestet wurde und bei meinen Projekten ein paar Bugreports zugeordnet hat. Der letzte Versuch in diese Richtung war eine Fedora Core 3 gegen Anfang des Jahres, die aufgrund eigentümlicher MySQL-Bibliotheksverzeichnisse keinen Ehrenplatz einnehmen konnte. Und nach Mandriva werde ich den Platz für die neue TUDix 3.0 benötigen, sofern denn ein Sponsor gefunden wird.
